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„Wie geht es Euch denn so?“ – „Wir sind dankbar!“ – „Ok, bis nächsten Sonntag!“. Mancher Dialog unter Geschwistern gleicht diesem Beispiel. Andere Gespräche schenken durch ihren tiefgründigen Austausch einen wahren Halt und Trost im Leben. In diesem Blog möchten wir uns deshalb mit dem Zuhören beschäftigen, wozu wir in Gottes Wort viele Hinweise finden.
Zuhören Gott gegenüber
Beginnen wir mit einigen Impulsen zum Zuhören gegenüber Gottes Wort und Willen:
„9 Vor meinen Ohren hat der HERR der Heerscharen gesprochen: Wenn nicht die vielen Häuser zur Wüste werden, die großen und schönen ohne Bewohner!“ (Jesaja 5:9)
„15 Doch wisst bestimmt, dass ihr, wenn ihr mich tötet, unschuldiges Blut auf euch und auf diese Stadt und auf ihre Bewohner bringen werdet; denn in Wahrheit, der HERR hat mich zu euch gesandt, um alle diese Worte vor euren Ohren zu reden.“ (Jeremia 26:15)
„25 Als sie aber unter sich uneins waren, gingen sie weg, als Paulus ein Wort sprach: Treffend hat der HeiligeGrundsätzlich bedeutet "Heilig" eine Absonderung für Gott ("Gottesweihe"). Dabei kann es sich neben Menschen um Geräte, Gebäude, Regionen (Berge) oder anderes handeln. Unheilig beschreibt den Zustand, dass etwas sich nicht mehr absondert, bzw. seine Absonderung ablehnt. Geist durch Jesaja, den Propheten, zu unseren Vätern geredet“ (Apostelgeschichte 28:25)
„16 An deinen Satzungen habe ich meine Wonne; dein Wort werde ich nicht vergessen. […] 28 Vor Traurigkeit zerfließt in Tränen meine Seele; richte mich auf nach deinem Wort! […] 133 Befestige meine Schritte in deinem Wort {oder: durch dein Wort}, und lass kein Unrecht über mich herrschen!“ (Psalm 119:16.28.133)
Wir sehen, dass Gott Sein Wort in vielerlei Weise an uns wendet: Er spricht zu uns, auch durch gesandte Diener, die Sein Wort zu uns sprechen – das lesen wir zudem von dem HeiligenGrundsätzlich bedeutet "Heilig" eine Absonderung für Gott ("Gottesweihe"). Dabei kann es sich neben Menschen um Geräte, Gebäude, Regionen (Berge) oder anderes handeln. Unheilig beschreibt den Zustand, dass etwas sich nicht mehr absondert, bzw. seine Absonderung ablehnt. Geist. Die Verse aus Psalm 119 weisen auf Gottes niedergeschriebene Worte hin, die beim Zuhören und Befolgen ihre Wirkung entfalten.
Wir möchten aber auf ein Detail hinweisen, das wir in den ersten beiden Zitaten finden. Worte werden immer vor den Ohren gesprochen und es ist unsere Verantwortung, Gottes Worte nicht nur zu hören, sondern auch auf sie zu hören – und sie zu befolgen.
„15 Wer Ohren hat, zu hören, der höre!“ (Matthäus 11:15; 13:9; 13:43; Markus 4:9; Lukas 8:8; 14:35)
„7 Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt!“ (Off 2:7.11.17.29; 3:6.13.22)
Wie können wir das Hören unterstützten? Wir möchten dazu zwei Bibelverse anführen, die uns da oft geholfen haben:
„20 Mein Sohn, höre aufmerksam auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. 21 Lass sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens.“ (Sprüche 4:20-21)
„1 Auf meine Warte will ich treten und auf den Turm mich stellen und will spähen, um zu sehen, was er mit mir reden wird und was ich erwidern soll auf meine Klage.“ (Habakuk 2:1)
Wir erkennen, dass unsere Ohren die Augen für Gottes Worte sind und unser Herz der Speicher für Worte Gottes. Wenn wir unsere Ohren Gottes Wort zuneigen, ist das ein durchaus bewusster Akt. Das zweite Zitat können wir dahingehend anwenden, dass wir – nicht nur in notvollen Zeiten des Klagens – uns Zeit nehmen sollten, Gott unsere Anliegen bewusst vorzulegen und vertrauensvoll Seine Antwort zu erwarten. Wir möchten Euch empfehlen, dies bei Unsicherheit einmal ganz bewusst als Gebet zu tun, bevor in der Bibel nach Antworten gesucht wird. Gottes Wort bietet die Antwort, lassen wir uns aber von Gott zeigen, welchen Abschnitt Er auswählt. In dieser Zeit der Stille legt Gott uns dann Bibelabschnitte auf unsere Herzen, in denen wir Leitung und Antwort finden.
Zuhören Menschen gegenüber
Erinnern wir uns an unseren bekannten Leitvers aus den Psalmen, den wir als „Aufhänger“ benutzen und ihn um einen weiteren Vers ergänzen:
„5 Schau zur Rechten, und sieh: Ich habe ja niemand, der mich erkennt {oder: beachtet}; verloren ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele.“ (Psalm 142:5)
„6 Meine Schafe irren umher auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel; und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht.“ (Hesekiel 34:6)
In unseren seelsorgerlichen Gesprächen mit diesen Schafen wird oft die fehlende Bereitschaft beklagt, mittragende Zuhörer zu finden, denen man das Herz öffnen kann. In dem erstgenannten Bibelvers finden wir die Notwendigkeit, einander zu beachten und miteinander zu sprechen – und dafür einander konkret aufzusuchen. Warum fällt das oft schwer? Das kann mehrere Ursachen haben:
- Unsere schnelllebige Zeit unterstützt eine gewisse Oberflächlichkeit, insbesondere, wenn z.B. eine Krankheit oder schwerer Umstand länger andauert. Das kann zu dem eingangs dargestellten Dialog führen. Grundsätzlich möchten wir Interesse an den Umständen unserer Geschwister signalisieren, andererseits haben wir aber nicht unbedingt Zeit für einen tiefgründigen Austausch. Haben wir willige Herzen und lassen wir uns von Gott zeigen, wen wir besuchen sollen.
- Wir leben in einer Welt, in der Egozentrik und Unrecht Liebe tendenziell erkalten lässt (Matthäus 24:12), was uns durchaus beeinflussen kann. Wir müssen uns dagegen wappnen, schwere Enttäuschungen mit Menschen – und evtl. Geschwistern – pauschal auf die Geschwisterschar zu übertragen, als gäbe es keinen mehr, der willig und liebevoll bereit ist, Deine Umstände mitzutragen (Galater 6:2).
- Wir sollten uns als Hörende disziplinieren, Gehörtes grundsätzlich vertraulich zu behandeln. Lasst uns dazu folgenden Vers eine aktuelle und angebrachte Warnung sein: „13 Wer als Verleumder {oder: Ausplauderer} umhergeht, deckt das Geheimnis auf; wer aber treuen Geistes ist, deckt die Sache zu.“ (Sprüche 11:13). Seien wir ein „treuer Geist“ unserer Geschwister, der sich auf das Zuhören, Mittragen, Beraten und Mitkämpfen in den Gebeten konzentriert/beschränkt.
Wir möchten einige Anregungen nennen, die Geschwistern in der Durchführung von Seelsorge-Gesprächen eine Hilfe waren. Nicht alle Ratschläge sind in allen Formen geschwisterlichen Austauschs möglich oder sinnvoll, sie können aber gute Impulse zu tiefgründigen Gesprächen bieten.
- Es ist gut, dass wir alle Störungen unterbinden bzw. vorab verhindern, da jede Ablenkung den Tiefgang des Gesprächs verringert.
- In mehrerlei Hinsicht ist es gut, wenn wir interessiert Blickkontakt halten – ein Zeichen des Interesses nicht nur an den Worten. Ebenso hilfreich ist auch ein kurzes Nicken – denn vielleicht ist unser Gegenüber ja schon bei vielen Gesprächswünschen durch Desinteresse „abgeblitzt“.
- Nicht nur Worte, sondern auch Gestik und Mimik zeigen, wie es um unseren Gesprächspartner bestellt ist. Dabei geht es nicht um eine Tiefenanalyse, sondern um das Erkennen von tiefer Traurigkeit oder Verzweiflung, auf die wir reagieren sollten.
- Wir sollten nicht nur zuhören, bis das Geschilderte von unseren Sichten abweicht und dann unterbrechen. Denn dann erfahren wir nicht, wobei/worin wir helfen können.
- Ebenfalls sollten wir zuhören, um zu verstehen, nicht um zu antworten. Weniges ist schlimmer, als sich zu öffnen, die Not mitzuteilen und dann zu erkennen, dass der Gesprächspartner meinen Ausführungen gar nicht gefolgt ist – und seine Ratschläge entsprechend unpassend sind.
- Manche Ausführungen sind auf den ersten Blick diffus, widersprüchlich oder auch übertrieben. Zeigen wir aktives Engagement und Respekt durch konkrete Folgefragen – und helfen wir uns dadurch selbst beim Verständnis der z.B. der Not oder Zweifeln. Geben wir ruhig zu, wenn wir das Gesagte nicht ganz verstanden haben und zeigen wir, dass wir kein unnahbarer Berater sind, für den die Probleme „ein Klacks“ wären.
- Wenn möglich, können wir durch das Aufgreifen von Details aus dem bisherigen Gespräch signalisieren, dass wir dem Gespräch folgen und der Austausch daher sinnvoll ist.
- Gottes Wort warnt uns davor, vorschnell zu reden oder zu antworten (Sprüche 20:25), was aus eigener Erfahrung sehr schnell geschehen kann. Dieser Bibelvers zeigt uns deutlich, dass ein vorschnelles Wort – insbesondere im seelsorgerlichen Bereich – leider oft notwendige Reparaturmaßnahmen mit sich bringt. Lassen wir das Gehörte also erst einmal „sacken“, gehen wir z.B. auch in ein kurzes inneres Gebet – und schenken wir unserem Bruder bzw. unserer Schwester dann die durchgebetete/-gedachte Hilfe, die angemessen und zielführend ist.
Es ist unser Wunsch, dass diese Ausführungen eine Hilfe sind, konstruktive, tiefgehende und zielführende Gespräche zu führen oder wieder aufzunehmen. Geschwister können auch innerlich vereinsamen, wenn es in unserem Dialog nicht auch „um sie“ geht.
Als praktische Anregung: diese Aufmerksamkeit in der Gesprächsführung kann durchaus unter Freunden, Schwesternkreisen etc. trainiert und voneinander erlernt werden kann. Das ist sicher ein Anliegen, das Gott segnen wird – denn es ist schließlich sein Wille! Wie sonst sollen wir in einer Not oder einem Anliegen überein kommen, wenn wir einander nicht zuhören, nachfragen und uns dann folgend wirklich eins machen:
„19 Wahrlich, wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden über irgendeine Sache, welche sie auch erbitten mögen, so wird sie ihnen zuteil werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.“ (Matthäus 18:19)
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