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Im letzten Beitrag zur biblischen Aussage „Macht und Hoheit sind ihr Gewand“ erkannten wir den Segen der Ausrichtung auf den Ehepartner. Wir möchten dies um einen zweiten Aspekt erweitern und darlegen, warum eine gesunde Ehe auch eine körperliche Komponente erfordert. Dazu führen wir zwei Bibelverse aus dem ersten Brief an die Korinther an:

„4 Die Frau hat nicht Macht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso aber hat auch der Mann nicht Macht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau. 5 Entzieht euch einander nicht, es sei denn etwa nach Übereinkunft eine Zeit lang, um zum Beten Muße zu haben; und kommt wieder zusammen, damit der Satan euch nicht versuche wegen eurer Unenthaltsamkeit.“ (1.Korinther 7:4)

Vielleicht fragst Du Dich nun, warum wir dieses Thema anschneiden. Der Grund ist, dass wir in Gesprächen zunehmend mit einem Gefühl von körperlicher Einsamkeit konfrontiert werden. Dabei geht es nicht in erster Linie um die sexuelle Beziehung von Ehepartnern, sondern um körperliche Interaktion wie Zärtlichkeit, das Händehalten beim Spazierengehen oder eine längere Umarmung. In manchen Fällen hat ein „auf Distanz gehen“ zum Erkalten der Ehe geführt, was Ersatz-Befriedigungen wie Gaming, Gambling oder auch Pornographie Tür und Tor öffnete.

Der angeführte Bibelvers zeigt uns deutlich die Gefahr des „Zurückziehens“, dessen Grundtext-Vokabel übrigens auch weitere Übersetzungsvarianten bietet. Übersetzen wir ἀποστερέω (apostereō) mit „sich entziehen“, so deutet das auf ein aktives Aufbauen einer ungesunden Distanz hin. Parallel dazu weist uns „vorenthalten werden“ in Einklang mit obigem Bibelvers darauf hin, dass unser Ehepartner ein Anrecht auf körperliche Zuneigung hat – das unterstreicht auch die Übersetzungsvariante „berauben“.

Wenn Gottes Wort uns vor dem Entzug von körperlicher Zuneigung und Liebe warnt, sollten wir als Ehepartner eine gesunde Form der Körperlichkeit in unserer Ehe etablieren und schützen. Viele Gesten können unsere Zuneigung zeigen und Trost und Geborgenheit schenken.

Mit einem einfachen Wange-Streicheln beim Tischdecken oder Schweiß-Abtupfen nach dem Rasenmähen können wir den Einsatz wertschätzen und unserem Ehepartner zugleich den verbleibenden Tag versüßen.

Oliver Attendorn

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