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Perfektionismus ist weit mehr, als Dinge richtig zu machen. Perfektionismus ist ein MindSetMindset ist der englische Begriff für Mentalität oder Denkweise. Teile des Mindsets sind zumindest Denkweise, Einstellung, Erinnerung, Erfahrung, Annahmen, Überzeugungen, Wahrnehmung und Werte. enormen – aber oft unbewussten – Leidensdrucks, der aus Quellen des Selbstanspruchs, der Wirkung nach außen, dem Urteil von außen und verschiedenen theologischen Fehlverständnissen genährt werden kann. Deshalb sollten wir uns näher damit befassen.
Ziele des Perfektionismus
Bevor wir uns mit dem Profil eines Perfektionisten befassen, möchten die Ziele und die Einwirkung auf das Umfeld genauer beschreiben, das von Perfektionismus ausstrahlt.
Perfektionisten sind nur selten zufriedene, glückliche Menschen, denn Glück spiegelt Zufriedenheit wider. Wir sollte man glücklich sein, wenn alles, was man tut, verbesserungswürdig oder gar -bedürftig ist?
Oft haben Perfektionisten Idealvorstellungen und landen wegen häufigem oder andauernden Verfehlen in der Verzweiflung. Überhöhte Ideale, die wir pflegen, können morbide"Morbide" bedeutet grundsätzlich "krankhaft". Dabei kann es sich um physische Erkrankungen handeln, ebenso aber auf gedanklich/seelisch in Bezug auf z.B. Gedanken, Stimmungen oder Weltanschauungen. Auswirkungen wie DepressionenEine Depression ist eine aus medizinischer Sicht ernste und behandlungsbedürftige Erkrankung. Sie beeinflusst das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen. Die kann viele Formen annehmen, beispielsweise eine depressive Episode (ICD10 F32.-) oder auch eine chronifizierte Form erreichen (rezidivierende depressive Störung; ICD10 F33.-). oder BitterkeitUnter einer Verbitterung verstehen wir z.B. einen länger anhaltenden Groll (auf sich selbst und/oder andere Personen), der meist mit einer negativen Lebenshaltung/Weltanschauung einhergeht. Sie kann zu einer chronifizierten Form führen, die "Posttraumatische Verbitterungsstörung" (PTED) und wird mit ICD10 F43.8 klassifiziert. bewirken; je höher (weiter entfernt) die Ideale, desto tiefer die Enttäuschungen.
Perfektionismus ist kein Nischenanspruch, der Anspruch ist ganzheitliche Perfektion. Im Innern wie im Äußeren muss als tadellos sein und es bedarf großen Aufwand, die vielen bestehenden und begonnenen Baustellen zu bearbeiten.
Gehypt wird Perfektionismus durch das StigmaUnter Stigmatisierung wird der Prozess verstanden, in dem die Person aufgrund dieses Merkmals von anderen Menschen mit einem Etikett versehen und mit negativen Stereotypen in Verbindung gebracht wird. der Tugendhaftigkeit. Gemeinden predigen Perfektionismus als anstrebenswertes Ziel, Haltung, Gesinnung und das Ausleben des Glaubens allgemein erheben Perfektionismus zu einem Nimbus, der leicht in Pharisäertum umschlagen kann.
Profil/Probleme des Perfektionisten
Perfektionisten haben einen prägenden Einfluss auf ihr Umfeld und wir möchten einige Charakterzüge und Eindrücke wiedergeben, die Perfektionisten und ihr Umfeld ausgemacht haben:
#1 Perfektionisten sind intolerant: Perfektionisten fordern oft nicht nur von sich selbst, sondern auch von ihren Nächsten Vollkommenheit. Die kleinsten Mängel oder Fehler werden umgehend ausgemacht und scharf kritisiert. Da die Maßstäbe weder von ihm noch seinen Nächsten erfüllt werden können, tritt oft ein Dauer-Nörgeln an den Tag, der das Umfeld ermüdet und abstößt. Toleranz ist ihm meist ein Fremdwort uns solche, die tolerant sind, sind aus seiner Sicht meist oberflächlich, ungenau und unzuverlässig.
#2 Perfektionisten leben in einem Käfig des Sollens und Müssens: Ihr Leben ist davon geprägt, dass sie sich anstrengen müssen, mehr leisten müssen, das Beste aus sich herausholen müssen… Dem liegt meist ein falsches Gottesbild eines fordernden Gottes zugrunde, dem wir unsere Werke und Perfektion als Form der Selbsterlösung bringen müssen.
#3 Perfektionisten sind Schwarz-Weiß-Denker: Es gibt kein Raum des Wachsens, keine Skala gesunder Entwicklung. Es zählt grundsätzlich „alles oder nichts“, ohne jede Grauzone, unter Ausschluss von Mittelmäßigkeit. Zuweilen wird das in Bezug auf „Lauheit“ zu legitimieren versucht – geistliche Lauheit ist aber etwas ganz anderes als fehlende Perfektion.
#4 Perfektionisten sind unzufrieden: Perfektionisten jagen meist zu hohem Zielen nach (weil wir nun mal unvollkommen und fehlbar sind), die Konsequenz ist oft Ernüchterung, Enttäuschung, Wut auf sich und andere – also ein „Polwechsel“ des Empfindens und der Selbsteinschätzung. Das macht deutlich, dass diese Christen fehlerorientiert arbeiten, und oft mit schadhafter Askese Defizite ausbügeln wollen. Letztendlich erziehen sich Perfektionisten aber zur Unzufriedenheit und Selbstkritik.
#5 Perfektionisten leben gefährlich: Es ist faktisch so, dass wir aus Fehlern lernen. Wenn Kinder das Fahrradfahren ohne das Recht der Fehlerhaftigkeit erlernen sollten, dürften sie gar nicht beginnen. Fehler dienen dem Lernprozess und sind ein wichtiger Impuls zur Weiterentwicklung. Wenn wir das ausschließen, was Fehlerpotential birgt, werden wir ein sehr reduziertes Lebene führen.
#6 Perfektionisten streben das Absolute an: Im Bilde gesprochen reicht einem Perfektionisten nicht der Gewinn eine lokalen Tennisturniers, es muss der Grand Slam sein. Durch dieses MindSetMindset ist der englische Begriff für Mentalität oder Denkweise. Teile des Mindsets sind zumindest Denkweise, Einstellung, Erinnerung, Erfahrung, Annahmen, Überzeugungen, Wahrnehmung und Werte. können leicht manischePatienten, die an einer Manie leiden, weisen eine gehobene Stimmung, Aktivität und Antrieb auf, die der Situation nicht angepasst sind. Züge bzw. Episoden entstehen, sie einem die Möglichkeit zum Erreichen des Übermenschlichen sogar unterbauen. Flankiert wird das oft von der Tendenz, begabtere Geschwister missgünstig und neidisch zu betrachten und sie herabsetzen und/oder überflügeln zu wollen.
#7 Perfektionisten sind herrschsüchtig: Perfektionisten sind aus ihrer Sicht oft umgeben von Inkompetenz. Sie können sich doch nur frei entwickeln, wenn ihre Maßstäbe angelegt, ihre Anforderungen erfüllt und ihre Ziele erreicht werden. Deshalb üben sie oft Druck au ihr Umfeld aus, pushen dieses mit konstantem Druck der Ungeduld und Unzufriedenheit.
#8 Perfektionisten brauchen einen Sündenbock: Nicht nur, dass Perfektionisten ihre Unzufriedenheit an Unschuldigen „entladen“, sie benötigen zum Erhalt ihrer Werteskala auch Schuldige, denen sie alles Unperfekte in die Schuhe schieben können – sonst steht die Makellosigkeit in Frage.
#9 Perfektionisten ahmen Vollkommenheit nach: Geistliche Vollkommenheit (die uns zu ausgeglichenen Menschen macht) kann durch fleischlichen Perfektionismus nachgeäfft werden, um es als Eigenverdienst deklarieren zu können. Die Folge ist meist ein hartes, ehrloses Pharisäertum, das davon genährt wird, konstant mit einem üerbempfindlichen Gewissen herumzulaufen und sich ständig selbst zu verurteilen.
#10 Perfektionisten sind Wenn-dann-Menschen (Nisiten): Diese Fremdwort kommt von dem lateinischen Wort „nisi“ (=“wenn nicht“). Ihre Argumentation ist angefüllt von „Wenn ich weniger Kinder hätte, wäre ich ein aktives Gemeindemitglied“ und ähnliche Ausflüchte. Es sind immer die anderen Menschen und die eigenen Umstände schuld … schließlich macht der Perfektionist ja alles perfekt.
#11 Perfektionisten sind stressblind: Ihnen fehlt durch ihre Getriebenheit oft jegliches Empfinden von dem, was sie sich selbst antut. Er hat keinen Plan, wie er sich und seinen Körper martert und wie sein zwanghaftes Verhalten ihn letztlich zerstören kann. Seine pedante Art reißt alles ans sich, weil er nur eine perfekte Lösung schaffen kann, während er sukzessive an einem Ziel nach den anderen scheitert.
#12 Perfektionisten landen oft im Selbsthass: Nicht selten kippt der Perfektionismus zu einer Form des Selbsthasses. Wenn die Farce der „Sündenböcke“ fällt und das Selbstversagen erkannt wird, erkennen sich Perfektionisten oft als Hemmnis auf dem Weg zur Perfektion und fallen in eine morbide"Morbide" bedeutet grundsätzlich "krankhaft". Dabei kann es sich um physische Erkrankungen handeln, ebenso aber auf gedanklich/seelisch in Bezug auf z.B. Gedanken, Stimmungen oder Weltanschauungen. Form des Selbsthasses.
#13 Perfektionisten sind oft einsame Spitze: Es ist ein trauriger Zustand, in der dünnen Luft auf dem Gipfel der Erreichten einsam stehen zu müssen. Freunde sind lange fort, da das Streben nach Einzigartigkeit, der dafür erforderliche Zeiteinsatz und das vehemente Einfordern der Einhaltung der eigenen Maßstäbe haben den Perfektionisten erfolgreich gemacht – aber einsam.
Ursachen des Perfektionismus
Kommen wir nun zu fünf Punkten, die Perfektionismus hervorrufen oder fördern können.
#1 Ohnmacht kann zur Perfektionismus verleiten: Nicht selten ist das Gefühl von Ohnmacht in einer selbstverschuldeten Situation der Initiator für Perfektionismus. Man möchte sich Situationen dieser Art grundsätzlich ersparen und strebt daher – statt einfach aus dem Fehler zu lernen und ihn für die Zukunft auszuschließen – eine ganzheitliche Perfektion an.
#2 Ich bin ein Musterkind: Eltern und Verwandtschaft können ein Kind auch in Perfektionismus leiten, da das Kind den Eindruck gewinnen kann (insbesondere bei Bevorzugung gegenüber den Geschwistern), dass nur Einzigartigkeit und Perfektion Liebe bewirken kann.
#3 Kritiksucht der Eltern: Ein MindSetMindset ist der englische Begriff für Mentalität oder Denkweise. Teile des Mindsets sind zumindest Denkweise, Einstellung, Erinnerung, Erfahrung, Annahmen, Überzeugungen, Wahrnehmung und Werte. der Eltern, dass das Kind perfekt zu sein hat, kann ebensolche Folgen haben. Eltern können ein Kind durchaus zu der Sicht erziehen, dass Perfektion und Fehlerlosigkeit der einzige Weg zur Vermeidung von Strafe und Verachtung ist.
#4 Überorientierung an der Zufriedenheit der anderen: Nicht nur bei den Eltern kann diese Sicht geweckt werden. Das übermäßige Betonen und Ausweiten aus alles Lebensfelder, dass man dem Nächsten keinen Anstoß geben soll, kann ein Kind letztlich zum Spielball der Meinung anderer heranbilden.
#5 Verarbeitungsergebnis defizitärer Erfahrungen: Kinder können so enttäuscht von ihrem Umfeld sein (seelische Vernachlässigung, mangelnde Geborgenheit, übertriebener Zwang, …), dass sie einen brennenden Eifer entwickeln, sich eben gegenteilig perfekt zu entwickeln und anderen dieses Leid zu ersparen.
Auswege aus der Perfektionismus-Falle
Die Gründe und Ursachen von Perfektionismus sind unterschiedlich und es gibt hier kein kompaktes „Allheilmittel“. Wir können aber vier wesentliche, grundlegende Denkanstöße geben, die Perfektionisten „aller Couleur“ eine Hilfe sein werden:
#1 Gib Dein (unbewusstes) Konkurrenzstreben auf: Auch wenn Du außerordentlich begabt bist, kann Dir eine Hilfe sein, dass a) wir (=alle) b) in allem (=ganzheitlich) zu Christus hinwachsen sollen. Deine Gaben sind also nicht nur von Gott erhalten worden, sie sind zweckbestimmt für den Einsatz des Wachstums des ganzen Leibes. Stelle Dir daher die Frage, ob es zweckdienlich ist und Du wirklich besser werden musst, schneller Lösungen finden musst, oder ob es ein selbstauferlegter Zwang ist, der einem Konkurrenzkampf ähnelt.
#2 Habe Mut zur Lücke: Perfektionismus ist ein neurotischer Charakterzug. Unvollkommenheit ist keine Krankheit, sondern Realität. Durch das Anerkennen von Unvollkommenheit ist das zugleich der Mut zur Wahrheit, Mut zur Echtheit, Mut zum Eingestehen von Fehlern und Schwächen etc. Arbeite bitte daran, denn wenn Du Deinen Wert über Perfektion definiert, wirst Du nie Wert besitzen und Deinen wahren Wert verkennen.
#3 Ungetüncht und authentisch: Du kennst sicher das Beispiel der „getünchten“ Pharisäer, die nach außen rein erscheinen wollten, obwohl Matthäus 23 ihr Inneres ganz anders beschreibt. Es gehört Mut dazu, Schwächen zuzulassen und zuzugeben, ebenso, andere Geschwister um Rat oder Hilfe zu bitten. Es ist aber ein geringer Preis verglichen mit dem Preis, sich und andere zu martern und unglücklich zu machen.
#4 Lerne, das Leben zu lieben: Das zwanghafte Getriebensein lässt keinen Raum zum Leben, wie Christus es für uns vorgesehen hat. Immer muss man etwas erledigen, immer darf man sich nicht entspannen. Dieser Überanspruch erfordert Überanstrengung und bewirkt Überforderung. So rinnt das Leben durch die Hände, daher solltest Du Dir Zeiten der Entspannung und Reflexion gönnen, in denen Du Deinen Fokus von Dir weg lenkst. Es kann sein, dass Du Dir diese Ruhepausen zunächst „verordnen“ musst, sie werden Dir aber eine große Hilfe in der Enttaktung Deines Lebens sein und einen großen Zugewinn an Lebensqualität schenken!
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